Neurodermitis (atopische Drmatitis)

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Eigentlich könnte man hier ein ganzes Buch über die Neurodermitis schreiben, nur fehlt uns der Platz und die Zeit. Es gibt kaum Hauterkrankung, über die so viele Mythen und unüberprüfte Meinungen und Vorstellungen im Umlauf sind wie über die so genannte Neurodermitis. Die Häufigkeit der atopische Dermatitis, wie die Neurodermitis exakt bezeichnet wird, nimmt zu. Im Kindesalter sind 10-15% aller Kinder betroffen, im Erwachsenenalter immerhin noch 3%! Zum Glück sind leichte, zeitlich limitierte Verläufe deutlich in der Überzahl.

Allen betroffenen Menschen sind drei zentrale Faktoren gemein, die den Boden für die juckenden Ekzemschübe bereiten: Eine genetische Veranlagung, eine gestörte Hautschutzbarriere und eine Regulationsstörung des Immunsystems der Haut und der Schleimhäute. Daneben spielen eine Vielzahl von Provokationsfaktoren für die Schubauslösung eine Rolle. Psychogene Belastungsfaktoren, Allergien, Infekte, die Hautbesiedelung mit Keimen, die physikalische Reizung der Haut und noch eine Reihe anderer. Das häufigste Missverständnis, das in einer unbefriedigenden Therapie der atopischen Dermatitis mündet, ist die Akzeptanz der fehlende Heilbarkeit dieser Veranlagung. Diese Erkenntnis mag zunächst hart klingen, bereitet erfahrungsgemäß aber den Boden für ein Krankheitsverständnis, mit dem der erhebliche, meist jahrelange Leidensdruck der Patienten deutlich gemindert werden kann.

Die fundamentalen neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre haben zu einem neue Krankheitsverständnis und somit auch neue Therapiemöglichkeiten eröffnet, die den Patienten viel Leid (und Nebenwirkungen!) ersparen können. Wir behandeln nach den neuesten wissenschaftlich bewiesenen Erkenntnissen, die auch für Patienten in den
Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft nachzulesen sind. Wir wissen allerdings genau, dass neben der wissenschaftlich fundierten Therapie, in der Medizin, gerade bei so komplexen Erkrankungen wie der Neurodermitis, auch der Blick über den Tellerrand, sprich ein alternative Therapieansatz häufig sehr gut wirken kann. Die Therapieansätze sollten somit individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten werden, hier sind Arzt und Patient und Arzt ein Team.

 

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Abbildung: Die Stufentherapie der atopischen Dermatitis (DDG)